Sanfte Behandlungsmethoden: Bei Hämorrhoiden zum Heilpraktiker?

Bei Hämorrhoiden zum Heilpraktiker?

Hämorrhoiden sind ein unangenehmes Problem, das allerdings behandelt werden muss. Ohne ärztliche Hilfe würde sich der Zustand nur laufend verschlechtern und man bräuchte zu rasch eine Operation, was sich hinauszögern oder vielleicht sogar ganz verhindern ließe. Immer mehr Menschen vertrauen heutzutage jedoch nicht mehr auf die Schulmedizin – das mag an schlechten Erfahrungen liegen, aber auch an einer anderen Lebensphilosophie. Daher stellt sich natürlich auch für viele Menschen die Frage, ob es sinnvoll und zweckmäßig wäre, bei Hämorrhoiden zum Heilpraktiker zu gehen.

Was ist ein Heilpraktiker?

Der Heilpraktiker ist in Deutschland eine Person, die zwar die Aufgaben eines medizinischen Fachmannes übernimmt, ohne jedoch über eine Approbation zu verfügen. Ein invasiver Eingriff durch ihn ist ausgeschlossen und würde die Sicherheit des Patienten gefährden, da der Heilpraktiker dies nie gelernt hat. Stattdessen darf er aber gewisse Medikamente verordnen oder beispielsweise Massagen und andere Techniken anbieten, die Linderung verschaffen sollen. Der Heilpraktiker ist meist Alternativmediziner, während Psychologen und Physiotherapeuten diese Berufsbezeichnung häufiger führen. In einigen Kantonen der Schweiz gibt es ebenfalls Heilpraktiker, die jedoch unter anderer Berufsbezeichnung arbeiten, in Österreich ist die Ausübung des Berufs verboten.

Die Behandlung: Angenehm, aber wirksam?

Der Heilpraktiker ist für Hämorrhoiden der unteren Grade zunächst kein schlechter Ansprechpartner. Er kann gemeinsam mit dem Patienten ein Konzept zur Behandlung ausarbeiten, dass auch der Hausarzt erstellen könnte. Beinhalten wird es beispielsweise einen ballaststoffreichen Ernährungsplan, der die Hämorrhoiden entlastet, oder Informationen über die richtige Hygiene beim Stuhlgang sowie die ergonomische Haltung. Allerdings wird man sich für Eingriffe stets an einen Proktologen wenden müssen, da der Heilpraktiker diese nicht durchführen darf. Kleinere ambulante Eingriffe wie etwa die Gummibandligatur oder die Verödung, die in den ersten Graden des Hämorrhoidalleidens erforderlich werden, kann der Heilpraktiker nicht anbieten.

Vorsicht bei alternativen Behandlungen

Hämorrhoiden sind immer ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem. Wenn sie lange genug nicht sachgemäß behandelt werden, können sich die bereits entstandenen Knoten noch verschlimmern, weitere Symptome hervorrufen und noch schneller eine Operation erforderlich machen. Eine reine alternative Behandlung sollte man daher nur in Betracht ziehen, wenn man sich bereits mit dem behandelnden Heilpraktiker und einem Schulmediziner abgesprochen hat und sich beide einig sind, dass die alternative Behandlung sinnvoll und nicht gefährlich sein kann. Bevor man sich in die alternative Behandlung begibt, sollte man sich vom Allgemeinmediziner untersuchen lassen, um potenziell gefährliche Verschlechterungen der Hämorrhoiden auszuschließen, am besten auch noch mehrmals nach Beginn der alternativen Behandlung. Allein auf diese sollte man sich jedoch niemals verlassen – denn der Heilpraktiker darf keine invasiven Eingriffe vornehmen, die erforderlich sein könnten.

Was, wenn ein Eingriff notwendig wird?

Patienten mit Hämorrhoidalleiden, die sich einem Eingriff unterziehen müssen, können sich vom Heilpraktiker nicht weiter behandeln lassen. Stattdessen müssen sie die Hilfe eines Hausarztes oder des Krankenhauses annehmen. Dorthin können sie sich vom Heilpraktiker überweisen lassen, gerne wird dieser eine Empfehlung aussprechen. So kann man sich sicher sein, dass man in gute Hände gerät, um sich im Anschluss an den Eingriff wieder bei, Heilpraktiker in Behandlung zu begeben.

Comments are closed.