Was geschieht bei einer Gummibandligatur?

Gummibandligatur

Früher oder später müssen die meisten Hämorrhoidalleiden mittels Operation endgültig behandelt werden. Allerdings gibt es wenig schmerzhafte und simple ambulante Methoden, die dem Patienten die Operation jahrelang ersparen oder sie bestenfalls sogar unnötig machen können. Als beliebte Alternative zur klassischen Verödung der Hämorrhoiden gilt die Gummibandligatur, denn sie sorgt sehr effektiv dafür, dass das Hämorrhoidalleiden ein Ende nimmt. Zudem kann sie nicht nur bei Hämorrhoiden in den Anfangsstadien eingesetzt werden, sondern auch später, wenn wichtige Gründe gegen eine OP sprechen.

Was passiert bei der Gummibandligatur?

Zunächst wird ein Einlauf beim Patienten durchgeführt, um den Enddarm zu reinigen, anschließend wird mit dem Proktoskop weiter gearbeitet. Die hervortretende Hämorrhoide wird mit einem Gummiband abgeschnürt, durch das sie hindurchgesaugt wird, um sie vollständig zu erfassen. Es kommt dadurch zur Unterbrechung des Blutstroms durch das Gefäß, sodass es bereits nach etwa 3 Tagen abstirbt. Die Wundheilung setzt rasch ein, sodass der Körper den erkrankten Teil der Hämorrhoide gefahrlos abstoßen kann. Diese wird zusammen mit dem eingesetzten Gummiband unbemerkt vom Patienten beim Stuhlgang ausgeschieden. Bis das Hämorrhoidalleiden als behoben gilt, sind mehrere Eingriffe notwendig, da meist nur ein Knoten auf einmal behandelt wird. Die gesamte Behandlung dauert damit etwa 4 Wochen, danach sollten alle Knoten entfernt sein. Da die Behandlung völlig schmerzlos ist, wird sie in der Regel ohne Anästhesie durchgeführt – es sei denn, der Patient wünscht diese ausdrücklich.

Wann macht die Gummibandligatur Sinn?

Eine Gummibandligatur ist vor allem für Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades sinnvoll. Vor allem für das Hämorrhoidalleiden im zweiten Grad gilt sie als effektiv, da die Hämorrhoiden dabei bereits deutlich hervorgetreten sind und leichter vom Gummiband erfasst werden können. Daher ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt früh nach Stellung der Diagnose auf eine Gummibandligatur anzusprechen und sich von ihm die individuellen Möglichkeiten und Chancen darlegen zu lassen. Auch bei Hämorrhoiden im dritten Grad wird gelegentlich noch eine Gummibandligatur durchgeführt. Da sie dafür sorgt, dass die erkrankten Bestandteile der Hämorrhoiden letztendlich entfernt werden, ist sie auch für die Behandlung geeignet, wenn nur noch die Entfernung langfristig Abhilfe schaffen kann. Ab dem dritten Grad wird sie allerdings nur dann durchgeführt, wenn es erhebliche Gründe gibt, die gegen einen operativen Eingriff sprechen, beispielsweise gesundheitliche Vorgeschichten oder extreme Angst des Patienten.

Erfolg der Gummibandligatur

Die Gummibandligatur wird immer beliebter, da sie als recht erfolgreich gilt. Anders als bei den übrigen ambulanten Möglichkeiten wird die Hämorrhoide entfernt, indem sie dazu gebracht wird, mit der Zeit abzusterben. Dadurch kann sich das Gefäß natürlich nicht noch einmal zum krankhaften Knoten entwickeln und die Rezidivquote ist relativ niedrig – oftmals ist das Hämorrhoidalleiden damit behoben. Es gibt allerdings auch Patienten, deren Hämorrhoiden danach weiterhin Probleme verursachen. Der Erfolg hängt auch vom Patienten ab, denn er muss danach darauf achten, die verbliebenen Bestandteile seiner Hämorrhoiden zu schützen, beispielsweise durch das richtige Stuhlverhalten oder auf dem Wege einer ballaststoffreichen Ernährung ohne Fertiggerichte. Etwa 30-50% der Patienten leiden 5 Jahre nach dem Eingriff wieder am Hämorrhoidalleiden, was jedoch deutlich weniger Fälle als bei anderen ambulanten Methoden ergibt.

Comments are closed.