Beckenbodengymnastik gegen Hämorrhoiden

Beckenbodentraining gegen Hämorrhoiden

Das Hämorrhoidalleiden hat vielerlei Ursachen, seine genaue Herkunft und Entstehung ist bis heute aber nicht geklärt. Als ziemlich gesichert gilt jedoch, dass das typische Stuhlverhalten in Europa einer der Hauptgründe für die schmerzhafte, unangenehme Erkrankung ist, die fast nur in den Industrienationen vorkommt. Daher muss das Stuhlverhalten, insbesondere aber das Pressen, den Bedürfnissen der erkrankten Hämorrhoiden angepasst werden, um die Bildung von Knoten nicht noch zusätzlich zu fördern und den erkrankten Gefäßen ihre Arbeit zu erleichtern.

Pressen und die Hämorrhoiden

Wichtig beim Stuhlgang sind insbesondere zwei Muskeln: Sie werden als Sphinkter bezeichnet und üben den Druck im Analkanal aus, der erforderlich ist, um den Stuhl abzuführen. Gleichzeitig belasten sie dabei die Hämorrhoiden und können zusammen mit anderen Faktoren dafür sorgen, dass sich die Knoten mit der Zeit ablösen und tiefer treten. Das starke Pressen beim Stuhlgang ist für viele Europäer jedoch völlig normal – das liegt an ihrem Ess- und Stuhlverhalten. Die typische Ernährung im Industrieland enthält nicht einmal ansatzweise genug Ballaststoffe, um den Darm zu reinigen und den Stuhl leicht abführbar zu machen. Stattdessen ist seine Konsistenz verklumpt und zäh, wodurch eine viel zu starke Pressbewegung erforderlich wird – und dabei nehmen die Hämorrhoiden Schaden. Ferner begeben sich Europäer viel zu häufig auf die Toilette, wodurch sie ebenfalls stark pressen müssen, um den noch unvorbereiteten Enddarm zur Entleerung zu bewegen. Beides übt unnötigen und unverhältnismäßigen Druck auf die Hämorrhoiden aus und fördert das Leiden.

Beckenbodengymnastik – eine vielseitige Kur

Vom Training der Beckenbodenmuskulatur wird sicherlich jeder Patient einmal gehört haben, wenn nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Hämorrhoidalleiden. Es kann allerdings auch dabei helfen, denn es verändert das Stuhlverhalten des Patienten positiv. Dadurch, dass er lernt, die Beckenbodenmuskulatur richtig anzuspannen, kann er die Sphinkter weniger Druck ausüben lassen und dadurch auch die Hämorrhoiden weniger belasten. Beckenbodengymnastik kann jeder zu Hause üben – am besten lässt man sich vom Arzt zeigen, wie die entsprechenden Übungen richtig durchgeführt werden. Am Anfang mag das Training noch sehr anstrengend wirken, da die Beckenbodenmuskeln bei den meisten Menschen eher untrainiert sind – sie werden selten bewusst eingesetzt. Mit der Zeit jedoch erhalten sie einen erhöhten Muskeltonus und setzen Masse an, wodurch sie leistungsstärker werden. Dann kann man sie einsetzen, um die Hämorrhoiden effektiv zu schonen.

Beckenbodengymnastik zur Vorbeugung

Hämorrhoiden müssen gar nicht erst entstehen, man kann ihnen auch effektiv vorbeugen. Das Training der Beckenbodenmuskeln ist dazu ideal geeignet, denn dieser Bereich des Körpers wird häufig völlig vernachlässigt und kann dem Sphinkter extrem viel Arbeit abnehmen. Ein starker Beckenbodenbereich hilft effektiv dabei, dem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen, indem der Druck auf die Gefäße beim Stuhlgang verringert wird. Auch völlig gesunde Menschen oder Patienten nach einem ambulanten Eingriff können mit dem Training beginnen, um Problemen oder weiteren Schwierigkeiten vorzubeugen. Häufig reicht das Training gemeinsam mit einigen anderen Methoden aus, um die Rückkehr oder Entstehung eines Hämorrhoidalleidens zu verhindern. Die Übungen dauern nur wenige Minuten am Tag und können selbst in sitzender Haltung noch durchgeführt werden, sodass niemand mitbekommt, dass man gerade trainiert.

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